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ätherische Öle – innere Einnahme

Zu diesem Thema muss man wissen, dass es eine englische und eine französische „Schule der Aromatherapie“ gibt, die sich genau bei diesem Sachverhalt immens unterscheiden. Während die englische Schule eine innere Einnahme strickt ablehnt, ist die französische Schule da weitaus generöser. Allerdings bekommt man in Frankreich dafür nicht alle ätherischen Öle, besonders die die bei innerer Einnahme sogar nach französischer Schule mindestens als problematisch gelten.

Die meisten nationalen Hersteller für ätherische Öle, verzichten aus rechtlichen Gründen auf die Empfehlung der Anwendung, und deklarieren meist sogar „nicht für die innere Anwendung geeignet“. Dabei hat das weniger mit dem ätherischen Öl an sich zu tun, sondern es geht um die rechtlich geregelte Deklaration und die damit verbundene Verantwortung dem Käufer gegenüber.

Auch wenn jeder Anwender selbst für sich verantwortlich ist, so ist in einem Schadensfall, der Hersteller oder derjenige der die entsprechende Anwendung empfohlen hat haftbar. Und man muss sagen, dass der Mensch allgemein gesprochen, gerne die eigene Verantwortung auf Dritte abschiebt, auch wenn er selbst – auf diesen konkreten Fall bezogen – das Öl sich selbst auf die Zunge geträufelt hat, oder gar seinem Kind.

Natürlich sind Vielstoffgemische, und dazu zählen ätherische Öle ohne Zweifel, die über bis zu 400 aktive Wirkstoffverbindungen enthalten können (in nur einem Tropfen), keineswegs leichtfertig zu betrachten. Es handelt sich um hochkomplexe, und auch noch hochkonzentrierte Stoffe die wirken! Wenn man dieses Beispiel aufgreift, haben wir in einem Tropfen ätherischem Öl soviel Wirkstoff wie in 400 Tabletten. – Würde man sich ohne weiteres 400 Tabletten einwerfen? Nein, natürlich nicht. Allein schon die natürliche Entgiftungsreaktion des Körpers würde dabei greifen – wir würden erbrechen. Aber bei einer so konzentrierten Form wie bei einem ätherischen Öl, bei einem Tropfen, ist das nicht der Fall.

Egal ob man ätherische Öle biochemisch betrachtet, oder etwas mehr esoterischer als „Seele der Pflanze“, in jedem Fall greift das Zitat von Paracelsus „Die Dosis macht das Gift“.

Dies sollte man also grundsätzlich bedenken, wenn man über die Einnahme von ätherischen Ölen nachdenkt. Zumal die innere Einnahme nur einen Vorteil gegenüber der herkömmlichen „Verdünnung“, also dem emulgieren in fettem Öl hat, nämlich die Geschwindigkeit wie das ätherische Öl von unserem Körper, genauer gesagt von den Schleimhäuten im Mund-Rachen-Raum, Magen und Darm aufgenommen wird. Das Auftragen auf die Haut, verzögert den Aufnahmeprozess, gestaltet ihn aber weitaus harmonischer.

Einigen internationale Hersteller, mir sind da Young Living und DoTerra bekannt, werben nicht nur mit der inneren Einnahme von ätherischen Ölen, sondern im Fall von DoTerra bieten diese sogar Kapseln an, die ätherisches Majoranöl enthalten. Davor möchte ich ausdrücklich warnen! Zwar hat das ätherische Öl, eigentlich so gut wie jedes, eine starke antibakterielle, antifungale und antivirale Wirkung – leider vergessen diese Leute, dass unsere gesunde Darmflora ebenso aus diesen Lebewesen besteht, und mit der Einnahme von diesen Kapseln ebenso zerstört wird. Der Ausspruch mit Kanonen auf Spatzen schießen, reicht in diesem Fall als entsprechende Bild bei weitem nicht aus. Ich kann nicht in Worte fassen, wie verantwortungslos ich diese Aktion finde.

Es gibt natürlich Ausnahmen. Zum Beispiel Monika Werner die ihrem Buch gut dokumentiert hat, dass bei Übelkeit und Erbrechen einen Tropfen Pfefferminzöl vom Handrücken zu lecken sofort Linderung verschafft. Auch einen Tropfen Lavendel fein in einer Ölziehkur zu verwenden ist sogesehen eine innere Anwendung. Einen Tropfen Lorbeeröl auf einem Teelöffel Honig hilft mir wunderbar bei Erkältung und Kratzen im Hals.

In jedem Fall, gibt es gute Gründe dafür und dagegen. – Und damit komme ich zum Fazit meines Beitrages. Es gilt, wenn man über die innere Einnahme von ätherischen Ölen nachdenkt – und man sollte definitiv immer zuvor nachdenken, dann gilt es sorgsam abzuwägen und bei entsprechenden Experten nachzufragen. Nach meiner Einschätzung, ist eine innere Einnahme nie alternativlos. Besonders hervorheben möchte ich die Möglichkeit der Hydrolate, die zur inneren Einnahme – meines Wissens – problemlos geeignet sind,

Buchempfehlung: Hydrolate – Pflanzenwässer der Aromatherpie

Hydrolate sind Nebenstoffe, die bei der Destillation ätherischer Öle entstehen. Es handelt sich bei den Pflanzenwässern um hochwirksame Produkte. Die wasserlöslichen Inhaltsstoffe der Pflanze sind darin gelöst. Damit können (!) Hydrolate die Heilwirkung der korrespondierenden ätherischen Öle sogar übertreffen. Neben der naturheilkundlichen Verwendung finden sich Hydrolate häufig in Kosmetika und sind besonders in der Aromatherapie beliebt.

Der Wasserdampf-Destillationsprozess, mit dem die ätherischen Öle und deren Hydrolate gewonnen werden, ist ein Umwandlung-Prozess, der auch die feinstofflichen Substanzen einer Pflanze freisetzt: Ihren Duft, ihre Essenz oder – mit etwas esoterischeren Worten „ihre Seele“. Es ist sehr eindrucksvoll zu beobachten, welche Veränderungen Hydrolate hervorrufen können, sowohl im physischen als auch im psycho-emotionalen und spirituellen Bereich. Die Hydrolate können in vielfältiger Form bei zahlreichen Therapien angewendet werden. Sie können sowohl in der chinesischen Medizin, im Ayurveda oder in jeglicher Art von Naturmedizin integriert werden. Pflanzenwässer können praktisch mit jeder Phytotherapie kombiniert werden. Im Alltag finden Sie Anwendung in der Hautpflege, beim Kochen oder zum ausbalancieren von Körper, Geist und Seele.

Lange Zeit wurden die Hydrolate – sträflich – vernachlässigt. Teils aus Kostengründen, teils aus mangelnder Nachfrage auf Grund von Unwissenheit. Inzwischen haben immer mehr Hersteller Hydrolate im Sortiment. Besonders was das Thema „innere Einnahme“ angeht, verbinden die Hydrolate Phytotherapie mit Aromatherapie. Die folgenden Bücher kann ich wärmstens empfehlen.

Buchempfehlung: Aromatherapie

Von der Linderung von Krankheiten bis zur Steigerung des Wohlbefindens: Die Aromatherapie bietet ein breites Wirkungsspektrum und punktet mit ihrer schonenden Therapie.

Die Aromatherapie als Bereich der Phytotherapie zählt zur klassischen westlichen Medizin. Als unterstützende Aroma- und Gesundheitspflege mobilisieren ätherische Öle die Selbstheilungskräfte und stärken das Immunsystem.

In dem wahnsinnig umfangreichen Feld der Aromatherapie sind folgende Bücher ausgewählte Wissensschätze.

Aroma-therapie, Aromapflege

Der Begriff „Aromatherapie“ ist sehr unglücklich gewählt. Denn das Baden in einem mit ätherischen Ölen bedufteten Badezusatz, die Anwendung in der Duftlampe oder auch in einem Massageöl sind keine Aromatherapie im engeren Sinne. Ein besseres Wort dafür ist die Aromawellness, die dazu dient, sich wohl zufühlen, das Immunsystem zu stärken und kleinere Beschwerden zu lindern. Obwohl die Anwendung also eher dem Wellness-Bereich zuzuordnen ist, weiß der geschulte Aromatherapeut das die ätherischen Öle ihre Heilwirkung auch in den Wellness-Anwendungen ebenso entfaltet. Sogesehen ist also die Wellness-Anwendung eine alltagstauglich gemachte Anwendungsform eines Therapieansatzes. Davon abgesehen gibt es inzwischen Studien die belegen, dass die Raumbeduftung eine gute Pneumonieprophylaxe darstellt.

Ergänzend, und den Namen nach etwas enger gefasster Begriff, ist die Aromapflege. Die Aromapflege ist der gezielte Einsatz ätherischer Öle in der klinischen und häuslichen Pflege in Form von Wickeln, Auflagen, Einreibungen, Inhalationen uvm.

Aromatherapie ist die gezielte Behandlung mit ätherischen Ölen und Hydrolaten von Krankheiten, Symptomen und Beschwerden, die fester Bestandteil der Phytotherapie ist.
Da Ätherische Öle hochkonzentrierte Substanzen sind sollten sie möglichst nicht pur auf die Haut aufgetragen werden und am besten immer mit einem Trägerstoff wie Öl, Sahne, Salz, Zucker, Essig o.ä. verdünnt werden.

Hydrolate sind die wässrigen Bestandteile der durch Wasserdampfextraktion gewonnenen Flüssigkeit, quasi ein zusätzliches Produkt bei der Gewinnung ätherischer Öle.

Es gibt nur 4 ätherische Öle die direkt auf die Haut aufgetragen werden können: Pfefferminz, Lavendel, Imortell und Teebaum.

Man kann die ätherischen Öle vielfältig verwenden:

  • selbst angerührte Kosmetika, wie Gesichts- und Körpercreme, Badeöl, Fußbad, Haarpflegemittel
  • Für die Duftlampe oder für den Duftstein
  • Für Raumsprays zur erfrischenden Beduftung oder bei Insekten
  • Für das ganz persönliche Naturparfüm
  • Ersatz für Weichspühler und mehr
Creme, Körpermilch, Massageöl0,5 – 1 %
Duschgel, Schaumbad, Shampoo1 %
Badeöl, Fußbad1,5 – 2 %
Deodorant1 – 1,5 %
Sonnenmilch0,2 %
Raumspray1 %
Duftlampe5 – 15 Tropfen, je nach Größes des Raumes

Ätherische Öle sind hochkomplexe Moleküle in flüssiger Form, die je nach Herkunftspflanze bestimmte Duftstoffe enthalten. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen/fetten Ölen (zum Beispiel Sonnenblumenöl) dadurch, dass sie vollständig verdampfen (ätherisch heißt auf deutsch flüchtig, leicht verdampfend) und auf Papier keinen charakteristischen „Fettfleck“ hinterlassen.

Merkmale:

  • Flüchtig, das heißt, fähig zu verdampfen
  • Mit starkem, charakteristischem Geruch
  • Sie sind lipophil (fettliebend)
  • Aus vielen verschiedenen Komponenten zusammengesetzt

Herstellung ätherischer Öle
Es gibt verschiedene Gewinnungsverfahren wie man Pflanzen ihren Duft entzieht.

Das gebräuchlichste Verfahren ist die Wasserdampfdestillation. Das Pflanzenmaterial wird in einen Alambique geschichtet, verschlossen und mit heißem Wasserdampf aufgeschlossen. Der aufsteigende Dampf löst das ätherische Öl aus der Pflanze. In einem gekühlten Rohr kondensiert das Öl-Wassergemisch und bei der abschließenden Abkühlung trennt sich das Öl vom Wasser in einem Behälter, dem sogenannten Florentiner Topf. Das ätherische Öl bleibt auf der Wasseroberfläche liegen und kann abgeschöpft werden. Die Wasserdampf-Destillation ist eine Kunst, da jede Pflanze eine andere Destillationszeit und -temperatur hat, um ein optimales Duftergebnis zu gewährleisten. Ebenso werden manche Öle sofort nach der Ernte noch auf dem Feld mittels transportabler Destillen gewonnen.

Die Kaltpressung wird nur bei den Zitrusölen angewandt. Die Schalen werden gepresst, hierdurch entsteht eine Emulsion aus Flüssigkeit und ätherischem Öl, das durch anschließende Zentrifugierung abgetrennt wird. Bei den Zitrusölen sollte man auch beachten, dass die Pestizide in der Schale sitzen und sich auch im ätherischen Öl wiederfinden lassen, wer hier eine besonders gute Qualität an ätherischem Öl haben möchte, sollte auf kontrolliert-biologischen Anbau zurückgreifen.

Extraktion wird vor allem bei sehr teuren Blütenölen praktiziert. Einige Blütenarten, wie Jasmin, Tuberose oder Mimose können auch gar nicht per Wasserdampfdestillation gewonnen werden. In diesem Verfahren kommen Lösungsmittel zum Einsatz, meist Hexan. Die Pflanzen werden in ein chemisches Lösungsmittel gelegt, dass den Pflanzen alle löslichen Aromastoffe, auch Wachse und Farbstoffe entzieht, anschließend wird das Lösungsmittel herausdestilliert. Zurück bleibt eine wachsartige Masse, die mit Alkohol nochmals extrahiert oder destilliert wird und der Alkohol wird danach abgedampft. Solche ätherischen Öle nennt man auch Absolues. Sie sollten aber rückstandskontrolliert werden, um zu gewährleisten, dass sich kein Lösungsmittel mehr im ätherischen Öl befindet.

Eine Besonderheit ist noch die Co-Destillation. Hier werden Pflanzen, die sich nicht alleine destillieren lassen, wie z.B. Alge, Brennnessel oder Heu, zusammen mit einer anderen Pflanze als Trägerstoff destilliert. Allerdings sollte dies dann auch auf dem Etikett vermerkt werden.

Die Enfleurage ist ein Verfahren, das heute kaum mehr praktiziert wird, da kaum jemand den Preis für ein solches ätherisches Öl bezahlen kann. So lag der Preis für 1 ml Jasminöl, das per Enfleurage hergestellt wurde, vor einigen Jahren bei ca. 100 EUR.

Eigenschaften

Allgemein
Ätherische Öle sind die Duftstoffe der Pflanzen. Ihre Aufgabe ist es, die Insekten zur Bestäubung anzulocken, Schädlinge fernzuhalten, gegen Krankheiten zu schützen, die z.B. durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen werden. Es sind die pflanzlichen Verführungs-, Verteidigungs- und Selbstheilungsstoffe.

Ätherische Öle werden in den Öldrüsen gebildet und im Pflanzengewebe abgespeichert. Sie befinden sich in den Blüten, Blättern, Samen, Fruchtschalen, Wurzeln, Harzen, Rinden oder im Holz. Dabei ist auch zu beachten, dass manche ätherischen Öle einer Pflanze aus verschiedenen Pflanzenteilen gewonnen wird, z.B. Zimtrinden- und Zimtblattöl, die sich auch komplett in ihrer biochemischen Zusammensetzung unterscheiden.

Sie sind gut fettlöslich (lipophil), das bedeutet, dass sie sich in Fetten und Pflanzenölen sehr gut lösen. In Wasser sind sie nicht löslich, hier schwimmen sie nur als einzelne Tropfen auf der Wasseroberfläche.

Durch ihre kleine Molekularstruktur gelangen ätherische Öle über Haut und Schleimhaut in den Blutkreislauf und das Gewebe – durchschnittlich in circa 30 Minuten. Auf diesem Weg beeinflussen sie den gesamten Organismus. Über das Einatmen gelangen sie über Schleimhäute und Lunge ebenso in den Blutkreislauf. Bei der innerlichen Einnahme wird ein Teil der Wirkstoffe über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, größtenteils gelangen sie über die Mundschleimhäute in den Blutkreislauf. Von der inneren Einnahme ist bei Laien DRINGEND abzuraten!

Seelisch-emotionale Wirkung
Durch die Nase gelangen die Duftinformationen ins Gehirn und nehmen Einfluss auf die Gefühle, das vegetative Nervensystem, die Hormonproduktion und das Immunsystem. Was im Gehirn an elektrischen Impulsen der Duftinformation ankommt, bewirkt eine sofortige Ausschüttung von Botenstoffen (Neurotransmittern), die sofort auf unsere Stimmung wirken.

Umgang mit ätherischen Ölen
Ätherische Öle bedürfen eines bewussten Umgangs und Kenntnis der Biochemie. Denn die meisten ätherischen Öle sind haut- und schleimhautreizend und dürfen nie pur und unverdünnt angewendet werden. Für die Anwendung auf der Haut sollten sie immer in ein Pflanzenöl, wie z.B. Mandel- oder Jojobaöl oder in ein Pflegeprodukt, wie z.B. ein Ölbad oder Bodylotion gegeben werden. Bei empfindlicher Haut immer eine Kontaktprobe in der Ellenbeuge vornehmen. Allergiker sollten wissen, dass sie bei Reaktionen auf eine bestimmte Pflanze auch auf das entsprechende ätherische Öl reagieren.

Verwendung
Ätherische Öle werden meist als Duftstoff benutzt, aber sie werden auch in der Kosmetikindustrie und in der ärztlichen Therapie eingesetzt, haben aber auch Bedeutung als geschmacksverbessernde Inhaltsstoffe in Gewürzen.

Es gibt einige nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel auf pflanzlicher Basis, welche ihre Hauptwirkung durch das ätherische Öl erhalten. So gibt es beispielsweise Kapseln mit ätherischen Ölen, die eine hervorragende schleimlösende Wirkung bei Katarrhen der oberen Atemwege, Bronchitis etc. haben (Eukalyptus, Menthol…), sowie Salben zum Einreiben oder Inhalieren. Ätherische Öle haben neben dieser noch viele andere Wirkungen, wie zum Beispiel gegen Blähungen und Krämpfe im Magen-Darm-Bereich (hier sehr Beliebt Tees mit Fenchel-Kümmel-Anis, besonders in der Kinderheilkunde), bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum (Salbei, Kamille!). Die Natur bietet uns also mit ätherischen Ölen nicht nur wundervolle Duftstoffe, sondern auch hervorragende Heilmethoden.

Hydrolate
Generell lässt sich sagen, dass die sog. Hydrolate „Wässer“ (z.B. Rosenwasser oder Orangenblütenwasser) – es handelt sich um Nebenprodukte der Destillation- besser verträglich (vor allem bei einer Direktanwendung am Körper) und auch billiger sind als die ätherischen Öle. Hydrolate sind eine sinnvolle Ergänzung zu den ätherischen Ölen. Sie werden unter anderem als Zusatz im kosmetischen Bereich zur Gesichts- und Haarpflege, zur Verdunstung in der Duftlampe und zum aromatisieren in der Küche verwendet (z.B. Rosenwasser). In ihrer Wirkung entsprechen sie nicht dem vollen Spektrum der ätherischen Öle, da sie neben anderen Destillationsprodukten max. 1 % des ätherischen Öles enthalten. So finden sich etwa im Lavendelhydrolat nur Spuren von Linalylacetat (im Lavendelöl einer der Hauptinhaltsstoffe mit ca. 37 %). Auch der zugesetzte Alkohol (um die Verkeimung des Produkts zu verhindern und die Haltbarkeit zu erhöhen) führt unter Umständen bei Menschen mit empfindlicher Haut zu Austrocknung und Irritationen. Hydrolate in ihrer biochemischen Zusammensetzung bleiben nicht über einen längeren Zeitraum stabil, was zur Entstehung von Abbauprodukten führt. Die Haltbarkeit von Hydrolaten liegt bei 1 – 2 Jahren, nach Anbruch der Flasche sollten sie, wegen der einsetzenden Oxidation und Verkeimung, innerhalb von 3 – 6 Monaten verbraucht werden.

Dosierung und Rezepte

  • Aroma-Lampe: 4 – 5, höchstens 10 Tropfen (es kommt aber auf die Raumgröße an, also ausprobieren!);
  • Badeöl: Sinnliches Bad für 2 zur abendlichen Entspannung, verführt zum Träumen: 10 Tropfen Sandelholz, 5 Tropfen Ylang-Ylang, 5 Tropfen Orange
  • Badesalz: Auf 500 g einfaches Salz etwa 20 Tropfen, gut mischen, sofort in ein Glas verschließen, portionsweise entnehmen; in einem schönen Glas hübsch verpackt ist das Badesalz ein originelles Geschenk.
  • Beduften von Schränken: Empfohlen werden 10 – 12 Tropfen, wenige Tropfen genügen aber wohl (die Dosierung sollte nach eigenem Belieben erprobt werde. Es ist immer besser, zuerst mit wenigen Tropfen anzufangen, nachträufeln kann man immer noch. Wenn man z.B. wenige Tropfen auf einem Duftkissen in Schrankfächer legt, hält sich der Duft von 3, 6 oder 10 Tropfen jeweils genauso lange. Man hat also vielleicht mehr davon, wenn man häufiger ‚beduftet‘);
  • Duftbad: 2 – 20 Tropfen (erst kurz vor dem Hineinsteigen ins Wasser geben, am besten mit 4 Esslöffeln Milch, Sahne oder Honig vermischt, weil das Öl sich dann besser im Wasser verteilt, und nicht nur auf der Oberfläche schwimmt
  • Duftkerzen: Kerzen nach Rezept, in die geschmolzene Wachslösung nach kurzer Abkühlung einige Tropfen geben, Dosierung je nach Menge, für 1 Kerze vielleicht 5 – 6 Tropfen. Achtung: die Kerzen werden dadurch weicher, also etwas mehr Stearin hinzugeben
  • Eau de Toilette: Die Duftkomposition am besten mit einem Wattestäbchen ausprobieren, auf dem man tropfenweise die ätherischen Öle mischt. Die ausgewählte Mischung in dem ermittelten Mischungsverhältnis unter 10 ml Mandel- oder Jojobaöl mischen. 50 ml 90% Alkohol und 5 ml destilliertes Wasser hinzufügen und alles schütteln.
  • Fußbad: wie Duftbad
  • Gesichtsdampfbad: 1 Tropfen, nicht mehr als zwei, Augen unbedingt schließen! Besonders intensive Wirkung, für Atemwege
  • Körperöl/Massageöl: 100 ml Mandelöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl, Jojobaöl (einzeln oder gemischt) als duftneutrales Trägeröl mit 20 – 25 Tropfen Duftöl, dann schütteln
  • Luftreinigung: 3 – 8 Tropfen auf den Staubsaugerbeutel träufeln
  • Marmeladen: selbst gefertigt mit Zusatz von SEHR wenig Aromaöl mischen
  • Naturparfums: 10 ml süßem Mandelöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl, Jojobaöl als duftneutrales Trägeröl mit etwa 15 Tropfen Duftöl;
  • In der Sauna: Für den Aufguss etwa 10 Tropfen ätherisches Öl in reichlich Wasser lösen und über die heißen Steine gießen. Öle nie unverdünnt benutzen, das sie entflammbar sind!
  • Parfum: Die Duftkomposition am besten mit einem Wattestäbchen ausprobieren, auf dem man tropfenweise die ätherischen Öle mischt. Die ausgewählte Mischung in dem ermittelten Mischungsverhältnis unter 10 ml Mandel- oder Jojobaöl mischen und alles schütteln. (Blumig-warm; 8 Tr. Patchouli, 8 Tr. Geranium, 8 Tr. Bergamotte, Zitrone), (lieblich-frisch: 3 Tr. Sandelholz, 2 Tr. Zedernholz, 5 Tr. Bergamotte, 5 Tr. Orange)
  • Rasierwasser: 100g 90%ger Alkohol (in Apotheke erhältlich, aber nur zum äußerlichen Gebrauch!) , 0,5g Menthol darin lösen, 8Tr. Rosenöl, 15 Tr. Vetiver, 10 Tr. süßes Mandelöl hinzugeben. 1 g Alaun (auch Apotheke – desinfiziert u. stoppt Blutungen) in 50 ml erhitztem Hamameliswasser lösen, dazu 50 ml Orangenblütenwasser, alles mischen, durch Kaffeefilter klarfiltern, in eine hübschen Flasche füllen, verpacken und verschenken.
  • Speisezusatz: sowohl zum Herstellen von Kräuterölen und -essigen verwendtbar, genauso als Backzutat oder zum kochen, hierzu bitte Fachliteratur bemühen (!!!)
  • Wasch- und Reinigungsmittel: Je nach Menge 8 – 12 Tropfen dem unparfümierten Wasch- oder Reinigungsmittel zusetzen;
  • Wäschewaschen: 5 – 6 Tropfen ätherisches Öl vermischt mit 2- 3 Esslöffeln farblosen Tafelessig (= eventuell Essigessenz mit Wasser entsprechend verdünnt) in die Weichspülkammer oder in die Handwäsche geben. Das beduftet die Wäsche, entfernt Seifenreste und macht die Wäsche kuschelweich.
  • Lagerung: Kühl und in dunklen, verschließbaren Flaschen, am besten auch in einem dunklen Schrank oder Raum
  • Haltbarkeit: Bei richtiger Lagerung und fest verschlossen halten auch angebrochene Flaschen sehr lange.

Link: weiterführende Informationen auf puramaryam

Link: weiterführende Informationen ätherische Öle.net

Link: Hersteller Primavera

Link: Hersteller Oshadhi

Link: Hersteller Wadi

Link: Hersteller Neumond

Link: Hersteller Taoasis

Link: AiDA – Die Schule für Aromatherapie in Europa

Link: Aromapflege München

Link: aromapflege-forum-deutschland

Link: Aromapflege.com

Link: Naturkosmetik-Werkstatt

Link: Vivere Shop, Aromatherapie und mehr

Link: Info Heilpflanzen-Welt

Link: Hersteller Maienfelser Naturkosmetik Manufaktur

Youtube-Vortrag: Heilen mit Düften von Prof. Hatt

weiterführende Literatur: