Archiv der Kategorie: Aromapflege

Aroma-therapie, Aromapflege

Der Begriff „Aromatherapie“ ist sehr unglücklich gewählt. Denn das Baden in einem mit ätherischen Ölen bedufteten Badezusatz, die Anwendung in der Duftlampe oder auch in einem Massageöl sind keine Aromatherapie im engeren Sinne. Ein besseres Wort dafür ist die Aromawellness, die dazu dient, sich wohl zufühlen, das Immunsystem zu stärken und kleinere Beschwerden zu lindern. Obwohl die Anwendung also eher dem Wellness-Bereich zuzuordnen ist, weiß der geschulte Aromatherapeut das die ätherischen Öle ihre Heilwirkung auch in den Wellness-Anwendungen ebenso entfaltet. Sogesehen ist also die Wellness-Anwendung eine alltagstauglich gemachte Anwendungsform eines Therapieansatzes. Davon abgesehen gibt es inzwischen Studien die belegen, dass die Raumbeduftung eine gute Pneumonieprophylaxe darstellt.

Ergänzend, und den Namen nach etwas enger gefasster Begriff, ist die Aromapflege. Die Aromapflege ist der gezielte Einsatz ätherischer Öle in der klinischen und häuslichen Pflege in Form von Wickeln, Auflagen, Einreibungen, Inhalationen uvm.

Aromatherapie ist die gezielte Behandlung mit ätherischen Ölen und Hydrolaten von Krankheiten, Symptomen und Beschwerden, die fester Bestandteil der Phytotherapie ist.
Da Ätherische Öle hochkonzentrierte Substanzen sind sollten sie möglichst nicht pur auf die Haut aufgetragen werden und am besten immer mit einem Trägerstoff wie Öl, Sahne, Salz, Zucker, Essig o.ä. verdünnt werden.

Hydrolate sind die wässrigen Bestandteile der durch Wasserdampfextraktion gewonnenen Flüssigkeit, quasi ein zusätzliches Produkt bei der Gewinnung ätherischer Öle.

Es gibt nur 4 ätherische Öle die direkt auf die Haut aufgetragen werden können: Pfefferminz, Lavendel, Imortell und Teebaum.

Man kann die ätherischen Öle vielfältig verwenden:

  • selbst angerührte Kosmetika, wie Gesichts- und Körpercreme, Badeöl, Fußbad, Haarpflegemittel
  • Für die Duftlampe oder für den Duftstein
  • Für Raumsprays zur erfrischenden Beduftung oder bei Insekten
  • Für das ganz persönliche Naturparfüm
  • Ersatz für Weichspühler und mehr
Creme, Körpermilch, Massageöl0,5 – 1 %
Duschgel, Schaumbad, Shampoo1 %
Badeöl, Fußbad1,5 – 2 %
Deodorant1 – 1,5 %
Sonnenmilch0,2 %
Raumspray1 %
Duftlampe5 – 15 Tropfen, je nach Größes des Raumes

Ätherische Öle sind hochkomplexe Moleküle in flüssiger Form, die je nach Herkunftspflanze bestimmte Duftstoffe enthalten. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen/fetten Ölen (zum Beispiel Sonnenblumenöl) dadurch, dass sie vollständig verdampfen (ätherisch heißt auf deutsch flüchtig, leicht verdampfend) und auf Papier keinen charakteristischen „Fettfleck“ hinterlassen.

Merkmale:

  • Flüchtig, das heißt, fähig zu verdampfen
  • Mit starkem, charakteristischem Geruch
  • Sie sind lipophil (fettliebend)
  • Aus vielen verschiedenen Komponenten zusammengesetzt

Herstellung ätherischer Öle
Es gibt verschiedene Gewinnungsverfahren wie man Pflanzen ihren Duft entzieht.

Das gebräuchlichste Verfahren ist die Wasserdampfdestillation. Das Pflanzenmaterial wird in einen Alambique geschichtet, verschlossen und mit heißem Wasserdampf aufgeschlossen. Der aufsteigende Dampf löst das ätherische Öl aus der Pflanze. In einem gekühlten Rohr kondensiert das Öl-Wassergemisch und bei der abschließenden Abkühlung trennt sich das Öl vom Wasser in einem Behälter, dem sogenannten Florentiner Topf. Das ätherische Öl bleibt auf der Wasseroberfläche liegen und kann abgeschöpft werden. Die Wasserdampf-Destillation ist eine Kunst, da jede Pflanze eine andere Destillationszeit und -temperatur hat, um ein optimales Duftergebnis zu gewährleisten. Ebenso werden manche Öle sofort nach der Ernte noch auf dem Feld mittels transportabler Destillen gewonnen.

Die Kaltpressung wird nur bei den Zitrusölen angewandt. Die Schalen werden gepresst, hierdurch entsteht eine Emulsion aus Flüssigkeit und ätherischem Öl, das durch anschließende Zentrifugierung abgetrennt wird. Bei den Zitrusölen sollte man auch beachten, dass die Pestizide in der Schale sitzen und sich auch im ätherischen Öl wiederfinden lassen, wer hier eine besonders gute Qualität an ätherischem Öl haben möchte, sollte auf kontrolliert-biologischen Anbau zurückgreifen.

Extraktion wird vor allem bei sehr teuren Blütenölen praktiziert. Einige Blütenarten, wie Jasmin, Tuberose oder Mimose können auch gar nicht per Wasserdampfdestillation gewonnen werden. In diesem Verfahren kommen Lösungsmittel zum Einsatz, meist Hexan. Die Pflanzen werden in ein chemisches Lösungsmittel gelegt, dass den Pflanzen alle löslichen Aromastoffe, auch Wachse und Farbstoffe entzieht, anschließend wird das Lösungsmittel herausdestilliert. Zurück bleibt eine wachsartige Masse, die mit Alkohol nochmals extrahiert oder destilliert wird und der Alkohol wird danach abgedampft. Solche ätherischen Öle nennt man auch Absolues. Sie sollten aber rückstandskontrolliert werden, um zu gewährleisten, dass sich kein Lösungsmittel mehr im ätherischen Öl befindet.

Eine Besonderheit ist noch die Co-Destillation. Hier werden Pflanzen, die sich nicht alleine destillieren lassen, wie z.B. Alge, Brennnessel oder Heu, zusammen mit einer anderen Pflanze als Trägerstoff destilliert. Allerdings sollte dies dann auch auf dem Etikett vermerkt werden.

Die Enfleurage ist ein Verfahren, das heute kaum mehr praktiziert wird, da kaum jemand den Preis für ein solches ätherisches Öl bezahlen kann. So lag der Preis für 1 ml Jasminöl, das per Enfleurage hergestellt wurde, vor einigen Jahren bei ca. 100 EUR.

Eigenschaften

Allgemein
Ätherische Öle sind die Duftstoffe der Pflanzen. Ihre Aufgabe ist es, die Insekten zur Bestäubung anzulocken, Schädlinge fernzuhalten, gegen Krankheiten zu schützen, die z.B. durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen werden. Es sind die pflanzlichen Verführungs-, Verteidigungs- und Selbstheilungsstoffe.

Ätherische Öle werden in den Öldrüsen gebildet und im Pflanzengewebe abgespeichert. Sie befinden sich in den Blüten, Blättern, Samen, Fruchtschalen, Wurzeln, Harzen, Rinden oder im Holz. Dabei ist auch zu beachten, dass manche ätherischen Öle einer Pflanze aus verschiedenen Pflanzenteilen gewonnen wird, z.B. Zimtrinden- und Zimtblattöl, die sich auch komplett in ihrer biochemischen Zusammensetzung unterscheiden.

Sie sind gut fettlöslich (lipophil), das bedeutet, dass sie sich in Fetten und Pflanzenölen sehr gut lösen. In Wasser sind sie nicht löslich, hier schwimmen sie nur als einzelne Tropfen auf der Wasseroberfläche.

Durch ihre kleine Molekularstruktur gelangen ätherische Öle über Haut und Schleimhaut in den Blutkreislauf und das Gewebe – durchschnittlich in circa 30 Minuten. Auf diesem Weg beeinflussen sie den gesamten Organismus. Über das Einatmen gelangen sie über Schleimhäute und Lunge ebenso in den Blutkreislauf. Bei der innerlichen Einnahme wird ein Teil der Wirkstoffe über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, größtenteils gelangen sie über die Mundschleimhäute in den Blutkreislauf. Von der inneren Einnahme ist bei Laien DRINGEND abzuraten!

Seelisch-emotionale Wirkung
Durch die Nase gelangen die Duftinformationen ins Gehirn und nehmen Einfluss auf die Gefühle, das vegetative Nervensystem, die Hormonproduktion und das Immunsystem. Was im Gehirn an elektrischen Impulsen der Duftinformation ankommt, bewirkt eine sofortige Ausschüttung von Botenstoffen (Neurotransmittern), die sofort auf unsere Stimmung wirken.

Umgang mit ätherischen Ölen
Ätherische Öle bedürfen eines bewussten Umgangs und Kenntnis der Biochemie. Denn die meisten ätherischen Öle sind haut- und schleimhautreizend und dürfen nie pur und unverdünnt angewendet werden. Für die Anwendung auf der Haut sollten sie immer in ein Pflanzenöl, wie z.B. Mandel- oder Jojobaöl oder in ein Pflegeprodukt, wie z.B. ein Ölbad oder Bodylotion gegeben werden. Bei empfindlicher Haut immer eine Kontaktprobe in der Ellenbeuge vornehmen. Allergiker sollten wissen, dass sie bei Reaktionen auf eine bestimmte Pflanze auch auf das entsprechende ätherische Öl reagieren.

Verwendung
Ätherische Öle werden meist als Duftstoff benutzt, aber sie werden auch in der Kosmetikindustrie und in der ärztlichen Therapie eingesetzt, haben aber auch Bedeutung als geschmacksverbessernde Inhaltsstoffe in Gewürzen.

Es gibt einige nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel auf pflanzlicher Basis, welche ihre Hauptwirkung durch das ätherische Öl erhalten. So gibt es beispielsweise Kapseln mit ätherischen Ölen, die eine hervorragende schleimlösende Wirkung bei Katarrhen der oberen Atemwege, Bronchitis etc. haben (Eukalyptus, Menthol…), sowie Salben zum Einreiben oder Inhalieren. Ätherische Öle haben neben dieser noch viele andere Wirkungen, wie zum Beispiel gegen Blähungen und Krämpfe im Magen-Darm-Bereich (hier sehr Beliebt Tees mit Fenchel-Kümmel-Anis, besonders in der Kinderheilkunde), bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum (Salbei, Kamille!). Die Natur bietet uns also mit ätherischen Ölen nicht nur wundervolle Duftstoffe, sondern auch hervorragende Heilmethoden.

Hydrolate
Generell lässt sich sagen, dass die sog. Hydrolate „Wässer“ (z.B. Rosenwasser oder Orangenblütenwasser) – es handelt sich um Nebenprodukte der Destillation- besser verträglich (vor allem bei einer Direktanwendung am Körper) und auch billiger sind als die ätherischen Öle. Hydrolate sind eine sinnvolle Ergänzung zu den ätherischen Ölen. Sie werden unter anderem als Zusatz im kosmetischen Bereich zur Gesichts- und Haarpflege, zur Verdunstung in der Duftlampe und zum aromatisieren in der Küche verwendet (z.B. Rosenwasser). In ihrer Wirkung entsprechen sie nicht dem vollen Spektrum der ätherischen Öle, da sie neben anderen Destillationsprodukten max. 1 % des ätherischen Öles enthalten. So finden sich etwa im Lavendelhydrolat nur Spuren von Linalylacetat (im Lavendelöl einer der Hauptinhaltsstoffe mit ca. 37 %). Auch der zugesetzte Alkohol (um die Verkeimung des Produkts zu verhindern und die Haltbarkeit zu erhöhen) führt unter Umständen bei Menschen mit empfindlicher Haut zu Austrocknung und Irritationen. Hydrolate in ihrer biochemischen Zusammensetzung bleiben nicht über einen längeren Zeitraum stabil, was zur Entstehung von Abbauprodukten führt. Die Haltbarkeit von Hydrolaten liegt bei 1 – 2 Jahren, nach Anbruch der Flasche sollten sie, wegen der einsetzenden Oxidation und Verkeimung, innerhalb von 3 – 6 Monaten verbraucht werden.

Dosierung und Rezepte

  • Aroma-Lampe: 4 – 5, höchstens 10 Tropfen (es kommt aber auf die Raumgröße an, also ausprobieren!);
  • Badeöl: Sinnliches Bad für 2 zur abendlichen Entspannung, verführt zum Träumen: 10 Tropfen Sandelholz, 5 Tropfen Ylang-Ylang, 5 Tropfen Orange
  • Badesalz: Auf 500 g einfaches Salz etwa 20 Tropfen, gut mischen, sofort in ein Glas verschließen, portionsweise entnehmen; in einem schönen Glas hübsch verpackt ist das Badesalz ein originelles Geschenk.
  • Beduften von Schränken: Empfohlen werden 10 – 12 Tropfen, wenige Tropfen genügen aber wohl (die Dosierung sollte nach eigenem Belieben erprobt werde. Es ist immer besser, zuerst mit wenigen Tropfen anzufangen, nachträufeln kann man immer noch. Wenn man z.B. wenige Tropfen auf einem Duftkissen in Schrankfächer legt, hält sich der Duft von 3, 6 oder 10 Tropfen jeweils genauso lange. Man hat also vielleicht mehr davon, wenn man häufiger ‚beduftet‘);
  • Duftbad: 2 – 20 Tropfen (erst kurz vor dem Hineinsteigen ins Wasser geben, am besten mit 4 Esslöffeln Milch, Sahne oder Honig vermischt, weil das Öl sich dann besser im Wasser verteilt, und nicht nur auf der Oberfläche schwimmt
  • Duftkerzen: Kerzen nach Rezept, in die geschmolzene Wachslösung nach kurzer Abkühlung einige Tropfen geben, Dosierung je nach Menge, für 1 Kerze vielleicht 5 – 6 Tropfen. Achtung: die Kerzen werden dadurch weicher, also etwas mehr Stearin hinzugeben
  • Eau de Toilette: Die Duftkomposition am besten mit einem Wattestäbchen ausprobieren, auf dem man tropfenweise die ätherischen Öle mischt. Die ausgewählte Mischung in dem ermittelten Mischungsverhältnis unter 10 ml Mandel- oder Jojobaöl mischen. 50 ml 90% Alkohol und 5 ml destilliertes Wasser hinzufügen und alles schütteln.
  • Fußbad: wie Duftbad
  • Gesichtsdampfbad: 1 Tropfen, nicht mehr als zwei, Augen unbedingt schließen! Besonders intensive Wirkung, für Atemwege
  • Körperöl/Massageöl: 100 ml Mandelöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl, Jojobaöl (einzeln oder gemischt) als duftneutrales Trägeröl mit 20 – 25 Tropfen Duftöl, dann schütteln
  • Luftreinigung: 3 – 8 Tropfen auf den Staubsaugerbeutel träufeln
  • Marmeladen: selbst gefertigt mit Zusatz von SEHR wenig Aromaöl mischen
  • Naturparfums: 10 ml süßem Mandelöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl, Jojobaöl als duftneutrales Trägeröl mit etwa 15 Tropfen Duftöl;
  • In der Sauna: Für den Aufguss etwa 10 Tropfen ätherisches Öl in reichlich Wasser lösen und über die heißen Steine gießen. Öle nie unverdünnt benutzen, das sie entflammbar sind!
  • Parfum: Die Duftkomposition am besten mit einem Wattestäbchen ausprobieren, auf dem man tropfenweise die ätherischen Öle mischt. Die ausgewählte Mischung in dem ermittelten Mischungsverhältnis unter 10 ml Mandel- oder Jojobaöl mischen und alles schütteln. (Blumig-warm; 8 Tr. Patchouli, 8 Tr. Geranium, 8 Tr. Bergamotte, Zitrone), (lieblich-frisch: 3 Tr. Sandelholz, 2 Tr. Zedernholz, 5 Tr. Bergamotte, 5 Tr. Orange)
  • Rasierwasser: 100g 90%ger Alkohol (in Apotheke erhältlich, aber nur zum äußerlichen Gebrauch!) , 0,5g Menthol darin lösen, 8Tr. Rosenöl, 15 Tr. Vetiver, 10 Tr. süßes Mandelöl hinzugeben. 1 g Alaun (auch Apotheke – desinfiziert u. stoppt Blutungen) in 50 ml erhitztem Hamameliswasser lösen, dazu 50 ml Orangenblütenwasser, alles mischen, durch Kaffeefilter klarfiltern, in eine hübschen Flasche füllen, verpacken und verschenken.
  • Speisezusatz: sowohl zum Herstellen von Kräuterölen und -essigen verwendtbar, genauso als Backzutat oder zum kochen, hierzu bitte Fachliteratur bemühen (!!!)
  • Wasch- und Reinigungsmittel: Je nach Menge 8 – 12 Tropfen dem unparfümierten Wasch- oder Reinigungsmittel zusetzen;
  • Wäschewaschen: 5 – 6 Tropfen ätherisches Öl vermischt mit 2- 3 Esslöffeln farblosen Tafelessig (= eventuell Essigessenz mit Wasser entsprechend verdünnt) in die Weichspülkammer oder in die Handwäsche geben. Das beduftet die Wäsche, entfernt Seifenreste und macht die Wäsche kuschelweich.
  • Lagerung: Kühl und in dunklen, verschließbaren Flaschen, am besten auch in einem dunklen Schrank oder Raum
  • Haltbarkeit: Bei richtiger Lagerung und fest verschlossen halten auch angebrochene Flaschen sehr lange.

Link: weiterführende Informationen auf puramaryam

Link: weiterführende Informationen ätherische Öle.net

Link: Hersteller Primavera

Link: Hersteller Oshadhi

Link: Hersteller Wadi

Link: Hersteller Neumond

Link: Hersteller Taoasis

Link: AiDA – Die Schule für Aromatherapie in Europa

Link: Aromapflege München

Link: aromapflege-forum-deutschland

Link: Aromapflege.com

Link: Naturkosmetik-Werkstatt

Link: Vivere Shop, Aromatherapie und mehr

Link: Info Heilpflanzen-Welt

Link: Hersteller Maienfelser Naturkosmetik Manufaktur

Youtube-Vortrag: Heilen mit Düften von Prof. Hatt

weiterführende Literatur:

ätherische Öle – innere Einnahme

Zu diesem Thema muss man wissen, dass es eine englische und eine französische „Schule der Aromatherapie“ gibt, die sich genau bei diesem Sachverhalt immens unterscheiden. Während die englische Schule eine innere Einnahme strickt ablehnt, ist die französische Schule da weitaus generöser. Allerdings bekommt man in Frankreich dafür nicht alle ätherischen Öle, besonders die die bei innerer Einnahme sogar nach französischer Schule mindestens als problematisch gelten.

Die meisten nationalen Hersteller für ätherische Öle, verzichten aus rechtlichen Gründen auf die Empfehlung der Anwendung, und deklarieren meist sogar „nicht für die innere Anwendung geeignet“. Dabei hat das weniger mit dem ätherischen Öl an sich zu tun, sondern es geht um die rechtlich geregelte Deklaration und die damit verbundene Verantwortung dem Käufer gegenüber.

Auch wenn jeder Anwender selbst für sich verantwortlich ist, so ist in einem Schadensfall, der Hersteller oder derjenige der die entsprechende Anwendung empfohlen hat haftbar. Und man muss sagen, dass der Mensch allgemein gesprochen, gerne die eigene Verantwortung auf Dritte abschiebt, auch wenn er selbst – auf diesen konkreten Fall bezogen – das Öl sich selbst auf die Zunge geträufelt hat, oder gar seinem Kind.

Natürlich sind Vielstoffgemische, und dazu zählen ätherische Öle ohne Zweifel, die über bis zu 400 aktive Wirkstoffverbindungen enthalten können (in nur einem Tropfen), keineswegs leichtfertig zu betrachten. Es handelt sich um hochkomplexe, und auch noch hochkonzentrierte Stoffe die wirken! Wenn man dieses Beispiel aufgreift, haben wir in einem Tropfen ätherischem Öl soviel Wirkstoff wie in 400 Tabletten. – Würde man sich ohne weiteres 400 Tabletten einwerfen? Nein, natürlich nicht. Allein schon die natürliche Entgiftungsreaktion des Körpers würde dabei greifen – wir würden erbrechen. Aber bei einer so konzentrierten Form wie bei einem ätherischen Öl, bei einem Tropfen, ist das nicht der Fall.

Egal ob man ätherische Öle biochemisch betrachtet, oder etwas mehr esoterischer als „Seele der Pflanze“, in jedem Fall greift das Zitat von Paracelsus „Die Dosis macht das Gift“.

Dies sollte man also grundsätzlich bedenken, wenn man über die Einnahme von ätherischen Ölen nachdenkt. Zumal die innere Einnahme nur einen Vorteil gegenüber der herkömmlichen „Verdünnung“, also dem emulgieren in fettem Öl hat, nämlich die Geschwindigkeit wie das ätherische Öl von unserem Körper, genauer gesagt von den Schleimhäuten im Mund-Rachen-Raum, Magen und Darm aufgenommen wird. Das Auftragen auf die Haut, verzögert den Aufnahmeprozess, gestaltet ihn aber weitaus harmonischer.

Einigen internationale Hersteller, mir sind da Young Living und DoTerra bekannt, werben nicht nur mit der inneren Einnahme von ätherischen Ölen, sondern im Fall von DoTerra bieten diese sogar Kapseln an, die ätherisches Majoranöl enthalten. Davor möchte ich ausdrücklich warnen! Zwar hat das ätherische Öl, eigentlich so gut wie jedes, eine starke antibakterielle, antifungale und antivirale Wirkung – leider vergessen diese Leute, dass unsere gesunde Darmflora ebenso aus diesen Lebewesen besteht, und mit der Einnahme von diesen Kapseln ebenso zerstört wird. Der Ausspruch mit Kanonen auf Spatzen schießen, reicht in diesem Fall als entsprechende Bild bei weitem nicht aus. Ich kann nicht in Worte fassen, wie verantwortungslos ich diese Aktion finde.

Es gibt natürlich Ausnahmen. Zum Beispiel Monika Werner die ihrem Buch gut dokumentiert hat, dass bei Übelkeit und Erbrechen einen Tropfen Pfefferminzöl vom Handrücken zu lecken sofort Linderung verschafft. Auch einen Tropfen Lavendel fein in einer Ölziehkur zu verwenden ist sogesehen eine innere Anwendung. Einen Tropfen Lorbeeröl auf einem Teelöffel Honig hilft mir wunderbar bei Erkältung und Kratzen im Hals.

In jedem Fall, gibt es gute Gründe dafür und dagegen. – Und damit komme ich zum Fazit meines Beitrages. Es gilt, wenn man über die innere Einnahme von ätherischen Ölen nachdenkt – und man sollte definitiv immer zuvor nachdenken, dann gilt es sorgsam abzuwägen und bei entsprechenden Experten nachzufragen. Nach meiner Einschätzung, ist eine innere Einnahme nie alternativlos. Besonders hervorheben möchte ich die Möglichkeit der Hydrolate, die zur inneren Einnahme – meines Wissens – problemlos geeignet sind,

Buchempfehlung: Hydrolate – Pflanzenwässer der Aromatherpie

Hydrolate sind Nebenstoffe, die bei der Destillation ätherischer Öle entstehen. Es handelt sich bei den Pflanzenwässern um hochwirksame Produkte. Die wasserlöslichen Inhaltsstoffe der Pflanze sind darin gelöst. Damit können (!) Hydrolate die Heilwirkung der korrespondierenden ätherischen Öle sogar übertreffen. Neben der naturheilkundlichen Verwendung finden sich Hydrolate häufig in Kosmetika und sind besonders in der Aromatherapie beliebt.

Der Wasserdampf-Destillationsprozess, mit dem die ätherischen Öle und deren Hydrolate gewonnen werden, ist ein Umwandlung-Prozess, der auch die feinstofflichen Substanzen einer Pflanze freisetzt: Ihren Duft, ihre Essenz oder – mit etwas esoterischeren Worten „ihre Seele“. Es ist sehr eindrucksvoll zu beobachten, welche Veränderungen Hydrolate hervorrufen können, sowohl im physischen als auch im psycho-emotionalen und spirituellen Bereich. Die Hydrolate können in vielfältiger Form bei zahlreichen Therapien angewendet werden. Sie können sowohl in der chinesischen Medizin, im Ayurveda oder in jeglicher Art von Naturmedizin integriert werden. Pflanzenwässer können praktisch mit jeder Phytotherapie kombiniert werden. Im Alltag finden Sie Anwendung in der Hautpflege, beim Kochen oder zum ausbalancieren von Körper, Geist und Seele.

Lange Zeit wurden die Hydrolate – sträflich – vernachlässigt. Teils aus Kostengründen, teils aus mangelnder Nachfrage auf Grund von Unwissenheit. Inzwischen haben immer mehr Hersteller Hydrolate im Sortiment. Besonders was das Thema „innere Einnahme“ angeht, verbinden die Hydrolate Phytotherapie mit Aromatherapie. Die folgenden Bücher kann ich wärmstens empfehlen.

Buchempfehlung: Aromatherapie

Von der Linderung von Krankheiten bis zur Steigerung des Wohlbefindens: Die Aromatherapie bietet ein breites Wirkungsspektrum und punktet mit ihrer schonenden Therapie.

Die Aromatherapie als Bereich der Phytotherapie zählt zur klassischen westlichen Medizin. Als unterstützende Aroma- und Gesundheitspflege mobilisieren ätherische Öle die Selbstheilungskräfte und stärken das Immunsystem.

In dem wahnsinnig umfangreichen Feld der Aromatherapie sind folgende Bücher ausgewählte Wissensschätze.

Meine Hausapotheke

Wenn ich mich in meiner Wohnung so umschaue, könnte ich wahrscheinlich selbst eine kleine Apotheke eröffnen. 😀

Bei ALLEN Empfehlungen hier gilt natürlich, dass diese einen Besuch beim Arzt und/oder Apotheker nicht ersetzen, und auch keine Gewähr übernommen wird, sollten bei der Anwendung irgenwelche Fehler oder ungewollte Reaktionen auftreten. Die Befolgung/Anwendung meiner Empfehlungen geschieht selbstverantwortlich und selbstverständlich ohne Heilversprechen!

Verschiendene Hausmittel, genannt seien hier mal Schwedenkräuter/-bitter, Blutwurzelextrakt, mein Gesundheitstee, Retterspitzprodukte, ätherische Öle für Aromamischungen für Massagen oder Duftlampe, Spagyrik-Tropfen, BitterLiebe-Tropfen Neurodoron, Infludo-Tropfen, Solum-Öl, Aconit Schmerz-Öl uvm.

Seit kurzem bereichert mich auch das SchröpfsystemBella Bambi Schröpfsauger“ das sich bei Verspannungen sehr bewährt hat.

Ich möchte hier einen kleinen Einblick geben, was sich für mich bewährt hat, was man meiner Meinung zu Hause haben sollte/könnte und was sich vielleicht der/die ein oder Andere überlegen könnte selbst anzuschaffen. Die Links sind nur Empfehlungen.

Mein Gesundheitstee, kommt in allen Lebenslagen zum Einsatz die mit Grippe, Erkältung, Halsschmezen, Fieber etc. zu tun haben. Die Grundmischung bildet eine Triade aus Spitzwegerich, Salbei und Thymian. Diese alleine aufgebrüht schmeckt sehr medizinisch, und wurde von mir durch die Beimischung von Früchtetee (am besten nicht aromatisiert) gepimpt. Über die Jahre habe ich die Mischung weiter verfeinert mit Holunderblüten, Lindenblüten, Mädesüßblüten, ein paar Löffel ayurvedischem Ingwer-Zitronengras-Tee, Cistus-Kraut, Schlüsselblumenblüten, Eisenkrautblätter (Zitronenverbene geht auch, ist aber nicht so heilkräftig) und Lapacho-Rinden-Tee. – Bitte kauft die Kräuter am besten in der Apotheke (siehe auch die Links), und sammelt sie nicht selbst. Vor allem Schlüsselblumen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht selbst gesammelt werden!

Infludo-Tropfen, oder als Globuli Infludoron von Weleda, haben sich ergänzend als Erkältungs- und Grippemittel bewährt. Auch Umckaloabo-Tropfen sind sehr effektiv.

Bei Stress, nervlicher Anspannung, innerer Unruhe aber auch genauso bei Abgeschlagenheit und Prüfungsstress haben sich Neurodoron-Tabletten bewährt. Diese mit homöpathischem Gold versetzte Tabletten sind für mich ein must have.

Aconit-Schmerzöl, ist nicht nur bei Schmerzen wunderbares Mittel zur Einreibung, sondern auch höchst effektiv bei Hämatomen (Bluterguss). Das enthaltene Lavendeöl wirkt hämolytisch, der homöpathische Aconitum schmerzlindernd. Durch den enthaltenen Campher-Anteil, wirkt Aconit-Schmerzöl kühlend, und ergänzt prima die Therapie mit einem Cool-Pack (Kälteauflage). Achtung für Erdnuss-Allergiker, Aconit-Schmerzöl ist auf Erdnussöl-Basis.

Wenn es um Verspannungen, Wetterfühligkeit und Rheuma geht, und man eher eine wärmende Anwendung braucht, greift man besser zum Solum-Öl. Diese, auf Olivenöl-Basis mit Moor- und Kastanienextrakt, basierte ölige Einreibung wird am besten leicht angewärmt eingerieben, und durch eine wärmende Auflage wie zum Beispiel Kirschkernkissen verstärkt.

Bei Sportverletzungen, Verspannungen, Verstauchungen, Prellungen, aber auch bei Hämatomen, hilft Retterspitz äußerlich als feucht-kalter Wickel. Und für Unterwegs, oder als Ergänzung der Retterspitz Muskelroller. Ergänzend sei noch Tiger Balm weiß erwähnt. Leider nicht vaselinefrei, dennoch effektiv.

Da die meisten Sportsalben eher „kühlend“ in der Qualität konzipiert sind, dank Campher, Menthol u.ä., möchte ich folgendes Produkt empfehlen, dass eher eine wärmende Wirkung entfaltet: China Balm rot. Tiger Balm rot wirkt ähnlich, ist aber auf Vaselinebasis, was ich zu vermeiden suche.

Retterspitz hat einen sehr umfangreichen Shop, in dem man auch passend zugeschnittene Wickel für die unterschiedlichen Körperpartien erstehen kann. – Wer sich noch für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete der Retterspitzprodukte informieren möchte, wird hier fündig.

Eine Wund- und Heilsalbe gehört in jede Hausapotheke. Hier hat sich die von Weleda bei mir als bisher Beste herausgestellt. Primavera und Retterspitz haben ebenso gute Produkte.

Als sehr effektiv bei körperlichen Beschwerden haben sich die SolunaSpagyrik-Tropfen erwiesen. Bei Fieber, grippalen Infekten, Erkältung aber auch zur Entgiftung (Detox) und Frühjahrskur zur Blutreinigung und Darmsanierung. In niederer Dosierung teste ich gerade die Wirkung auf psychische Wirkmuster.

Die Bachblüten Notfalltropfen, die Rescura Tropfen (früher Rescue Remedies), gehören für mich zum festen Inventar meiner Hausapotheke. Vor allem bei psychischen Spannungszuständen wie Ängste oder Schocken haben sie sich bewährt.

Eine tolle Ergänzung bei Kopfschmerzen bis Migräne, ist das Kopfmassagegerät. Was aussieht wie ein abgeschnittener Schneebesen, ist ein effektives „Gerät“ (hört sich elektronischer an als es ist) um die Kopfhaut zu stimulieren, vergleichbar mit der Aktivierung der Fußreflexzonen, werden Endorphine ausgeschüttet die schmerzlindernd wirken. Mein erstes Gerät habe ich in den 90er Jahren gekauft, inzwischen gibt hier ein hübsches: Purava (auf der Seite nach unten scrollen)

Was in die Hausapotheke gehört, wenn es um ätherische Öle geht, variiert nach Hersteller und Aromaexperte. Um sich einen tollen Überblick zu verschaffen möchte ich ganz besonders auf ein A2 Poster „Dufte Hausapotheke“ aus dem vivere-Shop verweisen. Hier findet man auf das wichtigste eingedampfte Information, optisch super aufbereitet. Im Aromapflege-Beitrag habe ich ja die verschiedenen Hersteller und Bezugsquellen schon erläutert. Öle die man immer zu Hause haben sollte, sind meiner Meinung nach Teebaumöl, Lavendelöl, Pfefferminzöl; drei der vier ätherischen Öle die man pur auf die Haut auftragen darf.

Auch wenn äther. Lavendöl wunderbar hämolytisch wirkt, und damit in seiner puren Form als auchim Aconit-Schmerzöl, super gegen Hämatome wirkt, sei hier noch Immortelle-Hydrolat empfohlen. Hier auch das Pflanzenportrait von Primavera.

Wer unter Magen- und/odeer Verdauungsproblemen leidet, wird früher oder später die Kraft der Bitterstoffe zu schätzen wissen. Wie der Name schon sagt, sind dies die Stoffe die wir „bitter“ schmecken. Diese regen besonders die Lebertätigkeit an, und wirken in ihrer Verstoffwechslung auf Magen- und Darm. Hierzu zählen für mich die BitterLiebe-Tropfen, und haben sich besonders nach dem Essen bewährt.

Bei Magen-Darm-Grippe, mus man schon etwas härtere Geschütze auffahren. Ein altbewährtes Hausmittel ist der Extrakt aus der Blutwurzel (Tromentilla). Extrakt heißt hier Auszug durch Alkohol. Die geschnittene Wurzel wird mit Alkohol (Doppelkorn) übergossen und für mindestens 4-6 Wochen in einer durchsichtigen Flasche ziehen gelassen. Ab und zu schütteln und drehen. Der Extrakt schmeckt sehr sehr bitter, und wirkt zusammenziehend. Der Bekömmlichkeit halber gibt man ein Schnapsglas Blutwurzel-Extrakt in ein Glas Cola und trinkt dies in langsamen Schlucken. Als frischen Tee habe ich Blutwurzel bisher noch nicht probiert. Link: naturheilkunde-berlin.eu

In der Gruppe der Bitterstoffe darf der „Schwedenbitter“ natürlich nicht fehlen. „Bereits im 17. Jahrhundert griff der schwedische Arzt Dr. Samst die Rezeptur aus Überlieferung auf: das Kräuterelexier „Bitterer Schwedentropfen“ aus Extrakten von elf Kräutern, deren vielseitige Wirkungen sich in der Mischung noch steigern. Maria Treben, österreichische Pflanzenkundlerin und tiefreligiöse Frau, entdeckte den Trank in den 70er Jahren neu. “ Ich kenne den Schwedenbitte vor allem zur äußeren Anwendung.

Da ich unter chronischer Migräne leide, die unter anderem auch von Spannungskopfschmerzen mitunter verursacht wird, bzw. durch Verspannungen im Rücken-Schulterbereich ihren Ursprung haben, bin ich auch Kephalodoron 5% von Weleda gestoßen. Bei leichten bis mittleren Verspannungen hat sich eine Entkrampfende Wirkung gezeigt die spätestens nach 15min eintritt.

Ergänzt wird das, was muskuläre Verspannungen anbelangt, aber auch direkt bei Spannungskopfschmerzen und bei Migräne generell bei mir zum Einsatz kommt ist Pfefferminzöl. Wer mich kennt weiß, dass ich Pfefferminz weder als Tee noch als Aroma besonders mag. Das kann durchaus daran liegen, weil es so eng mit meiner Migränebehandlung verknüpft ist. Ich trage es auf die Schläfen pur auf, und auch manchmal auf die Nackenmuskulatur. Die enthaltenen Wirklstoffe docken an die Kälterezeptoren an, und unterbrechen die Schmerzweiterleitung. Hier habe ich von Retterspitz verlinkt, von Primavera, Taoasis o.a. ist dies ebenso wirksam.